Fraunhofer IDMT auf der SMM 2016

Spracherkennung für sicheren Seeverkehr

Presseinformation / 15. März 2016

Hamburg/Oldenburg. Das Fraunhofer IDMT stellt auf der Messe »Shipbuilding, Machinery & Marine Technology«, SMM, vom 6. bis 9. September 2016 in Hamburg ein computergestütztes Dialogsystem vor, mit dem Seeleute die standardisierte Kommandosprache der internationalen Seefahrt trainieren können.

© Fraunhofer IDMT/Daniel Schmidt
Auszubildende üben nautische Kommandos im Schiffsführungssimulator der Jade Hochschule Wilhelmshaven, Oldenburg, Elsfleth.

In mehr als vierzig Prozent der Unfälle auf See sind Kommunikationsprobleme die Ursache. In über neunzig Prozent der Fälle gelten sie als erschwerender Faktor. Die Sprachverständigung auf der Schiffsbrücke, im Maschinenraum oder per Funk stellt eine besondere Herausforderung dar: zum einen aufgrund der Geräuschkulisse an Bord, zum anderen gehören die Besatzungsmitglieder auf Schiffen, Schleppern und in den Verkehrszentralen vielen verschiedenen Nationalitäten an. Forscher des Fraunhofer IDMT wollen durch den Einsatz von akustischer Signalverarbeitung und computerbasierter Spracherkennung zu einer erhöhten Sicherheit im  Seeverkehr beitragen.

Auf der diesjährigen Messe »Shipbuilding, Machinery & Marine Technology«, SMM, stellen die Wissenschaftler eine Online-Trainingsplattform für das sogenannte nautische Englisch vor. Durch Sprachein- und ausgabe ermöglicht das System ein realitätsnahes, dialogbasiertes Üben der  standardisierten maritimen  Kommandosprache (Standard Marine Communication Phrases, SMCP), die 2001 von der Internationalen Maritimen Organisation (IMO)  eingeführt wurden. Die Spracheingabe des Chatbots wurde in Kooperation mit dem Fachbereich Seefahrt und Logistik an der Jade Hochschule Wilhelmshaven, Oldenburg, Elsfleth entwickelt.

Eine technologische Herausforderung ist das zuverlässige computerbasierte Erkennen von nautischen Kommandos bei unterschiedlicher Aussprache. Außerdem wollen die Wissenschaftler ihre Verfahren zur Signalaufnahme und -verarbeitung an die akustischen Bedingungen in Verkehrszentralen und auf Schiffsbrücken anpassen, um die Erkennungstechnologien für den Einsatz im internationalen Schiffsverkehr weiterzuentwickeln.

»Die Kommunikation auf der Schiffsbrücke und in Lotsenständen könnte automatisch analysiert und die erkannten Kommandos auf Informationsdisplays angezeigt werden. Auch für die Interaktion mit Informationssystemen, der Navigation oder für Dokumentationszwecke ist Spracherkennung interessant«, erläutert Jens Appell, Leiter der Abteilung Hör-, Sprach- und Audiotechnologie am Fraunhofer IDMT.

 

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