Drohnenerkennung

Zwei Drohnen fliegen hintereinander
© Fraunhofer IDMT/Hannes Kalter
Bei Großveranstaltungen oder an Flughäfen muss innerhalb von Augenblicken entschieden werden, ob sich die Drohne in friedlicher Absicht nähert oder nicht.
Die Forschenden des Fraunhofer IDMT in Oldenburg können Drohnen nicht nur detektieren, sondern auch lokalisieren.
© Fraunhofer IDMT/OpenStreet Map
Die Forschenden des Fraunhofer IDMT in Oldenburg können Drohnen nicht nur detektieren, sondern auch lokalisieren.
Visualisierung Drohnendetektion auf einem Radar
© Fraunhofer IDMT
Visualisierung der Drohnenerkennung und -lokalisation

Durch ein neues Sicherheitsumfeld und die hohe Verfügbarkeit von Drohnen und anderen Fluggeräten entstehen Bedrohungsszenarien für sensible Gebiete wie Flughäfen, militärische Einrichtungen oder Großveranstaltungen. Um angemessen reagieren zu können, braucht es Hilfsmittel zur Erkennung und Lokalisation potenzieller Gefahrenquellen.

Das Fraunhofer IDMT hat eine Lösung zur akustischen Drohnendetektion und -lokalisation entwickelt. Dabei kommen nicht nur leistungsstarke Mikrofone und Technologien für die Audiosignalverarbeitung zum Einsatz, sondern auch Verfahren des maschinellen Lernens. Dadurch sind audiologische Daten selbst bei anspruchsvollen Umwelteinflüssen, wie etwa bei starkem Umgebungslärm, für akustische Sensoren nutzbar. Zusätzliches Know-how für die diskrete und effektive Einhausung und Verteilung der Sensorik sorgt für eine Erweiterung der Einsatzszenarien. Die Technologie aus Oldenburg funktioniert auch ohne direkten Sichtkontakt, was besonders in bewaldeten und bebauten Gebieten vorteilhaft ist. 

Durch eine objektive Dokumentation von Überflügen rund um die Uhr ergänzt das Fraunhofer-System subjektive Sichtungen mit nachvollziehbaren Daten über einen langen Zeitraum – unabhängig von optischen Gegebenheiten. 

Jede Drohne hat einen »akustischen Fingerabdruck«, der ermittelt und in einer Datenbank abgelegt werden kann. Unter der Erkennung von Drohnen versteht man die automatisierte Suche nach diesem Fingerabdruck, also einem spezifischen Muster im akustischen Signal, das einer Drohne zugeordnet werden kann. 

Vorteile der Technologie

»Situational Awareness« (Situationsbewusstsein):

Der Schlüssel zu wirksamer Gefahrenabwehr. Gefahren werden frühzeitig auch ohne Sichtverbindung akustisch erkannt.

360-Grad-Überwachung:

Geräusche aus allen Richtungen können kontinuierlich nahtlos und robust überwacht werden.

Datenbasierte Dokumentation von Ereignissen:

Eine objektive Dokumentation von Überflügen ergänzt subjektive Sichtungen. 

Tarnung (passiv):

Da das passive System zur akustischen Drohnenerkennung nicht sendet, kann es weder geortet noch durch gegnerische elektronische Gegenmaßnahmen (wie etwa Störsender) beeinträchtigt werden. Außerdem hat es dadurch einen geringeren Energiebedarf.

Komplementäre Ergänzung:

Die akustische Sensorik ist optimal mit weiteren Systemen kombinierbar, beispielsweise mit optischen Sensoren. Die Technologie ist voll integrierbar im Rahmen einer Sensordatenfusion.

Nicht in Sicht-, aber in Hörreichweite: Drohnen dank intelligenter Sensordatenfusion erkennen und lokalisieren

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Weitere Informationen

 

Pressemitteilung / 13.8.2026

Drone Days 2026 in Bremen/Hatten

Fraunhofer IDMT demonstriert akustische Drohnenerkennung

 

Pressemitteilung / 13.11.2025

Zuverlässig Drohnen akustisch erkennen

Drohnen dank intelligenter Sensordatenfusion erkennen und lokalisieren

 

Einblick in unsere Forschung

Gegen drohende Drohnen

Im Interview mit Christian Rollwage zum Thema "Drohnenerkennung und -lokalisation". Der Gruppenleiter am Fraunhofer IDMT in Oldenburg spricht über Audiosignalverbesserung für den Ernstfall.

 

Projektwebsite Fraunhofer FKIE

Drohnenlokalisation und -erkennung

Das deutsch-österreichische Verbundprojekt AMBOS forscht an der Drohnenerkennung und -lokalisation.

 

Aktuelles / 30.4.2021

Podcast: Wenn Drohnen drohen...

Ein Podcast mit Christian Rollwage. An Flughäfen oder bei Großveranstaltungen können Drohnen eine Bedrohung darstellen. Um darauf angemessen reagieren zu können, werden Technologien zur Drohnenerkennung und -lokalisationen erforscht.

 

Schutz für Wiesenbrüter

Automatische Detektion, Lokalisation und Tracking von Wiesenbrütern mittels intelligenter akustischer Sensorik für den praktischen Naturschutz

 

Automatische Detektion, Lokalisation und Tracking von Vögeln

Das mobile akustische Sensorsystem des Fraunhofer IDMT in Oldenburg erfasst automatisch Tierlaute in der Umwelt.

 

Audiosignalverbesserung

Wir entwickeln für Sie mit höchster Expertise Software und Hardware zur Verbesserung von akustischen Signalen - für Audiosignale mit echtem Mehrwert.

Die Weiterentwicklung des Institutsteils Hör-, Sprach- und Audiotechnologie HSA des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT in Oldenburg wurde von November 2019 bis Oktober 2025 gefördert im niedersächsischen Programm »Vorab« durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die VolkswagenStiftung.