»Fraunhofer-Initiative Niedersachsen« unterstützt Oldenburger Gesundheitsforschung

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Die Fraunhofer-Einheit Hör-, Sprach- und Audiotechnologie (HSA) des Fraunhofer IDMT erhält Dank einer Strategievereinbarung zum Ausbau der Fraunhofer-Standorte in Niedersachsen ein umfangreiches Finanzpaket. Dieses sichert dem Standort eine verlässliche Ausbauperspektive.

© Fraunhofer IDMT/Leona Hofmann
Die »Fraunhofer-Initiative Niedersachsen« des Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) sowie der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) würdigt die besonders erfolgreiche Entwicklung des Institutsteil Hör-, Sprach- und Audiotechnologie HSA.
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Die Institutsteilleiter Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier und Dr. Jens Appell begleiten Björn Thümler, Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, zu den Präsentationen der Themenfelder des HSA.
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Anlässlich der feierlichen Unterzeichnung des Strategiepapiers wurden die neusten Ergebnisse der Arbeit des HSA aus den letzten Jahren vorgestellt.

Die »Fraunhofer-Initiative Niedersachsen« des niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) sowie der Fraunhofer-Gesellschaft (FhG) würdigt besonders die erfolgreiche Entwicklung von gleich vier niedersächsischen Fraunhofer-Standorten. Neben Einrichtungen in Braunschweig, Hannover und Göttingen, kommt die Förderung auch dem Oldenburger Institutsteil des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT für herausragende Leistungen in der Gesundheitsforschung zuteil.

In Oldenburg soll die Initiative die anwendungsnahe Forschung stärken und den Transfer von Entwicklungen in die Wirtschaft weiter ausbauen. Bereits im Jahr 2019 einigten sich beide Partner in einem Memorandum of Understanding darauf, den Fraunhofer-Institutsteil Hör-, Sprach- und Audiotechnologie HSA in ein eigenständiges Fraunhofer-Institut für Hör-, Sprach- und Neurotechnologie HSN zu überführen und dadurch seiner sehr erfolgreichen Entwicklung Rechnung zu tragen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bringen seit über zehn Jahren sehr marktorientiert Lösungen für die Bereiche Gesundheit, Automotive, Produktion, Sicherheit, Umwelt und Consumer Electronics in die Anwendung.

Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, erklärt bei seinem Besuch des Institutsteils an diesem Freitag: »Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich bei der Geburtstagsfeier der Hör-, Sprach- und Audiotechnologie hier in Oldenburg vor vier Jahren angekündigt habe, dass ich mich dafür einsetzen will, dass Oldenburg ein eigenes Fraunhofer-Institut erhält – mit Blick auf die hervorragende Entwicklung der exzellenten Hörforschung freut es mich, dass nunmehr die strategischen Weichen für eine Institutsgründung gestellt sind und durch die Strategievereinbarung die Planungen für ein Institutsgebäude in Angriff genommen werden können.«

In einer Videobotschaft betonte Prof. Dr.-Ing. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, den hohen gesellschaftlichen Stellenwert eines funktionierenden Gesundheitssystems: »Als eines der facettenreichsten Innovationsfelder der Zukunft leistet die Gesundheitsforschung angesichts des demographischen Wandels und des steigenden Fachkräftemangels mit intelligenten Lösungen einen maßgeblichen Beitrag für bezahlbare Gesundheit, gesellschaftliche Zukunftssicherung, technologische Souveränität und Resilienz. Daher begrüße ich es sehr, dass wir mit der Strategievereinbarung, die vom Land Niedersachsen und der Fraunhofer-Gesellschaft zu gleichen Teilen getragen wird, die Fraunhofer Gesundheitsforschung in Niedersachen gezielt ausbauen«, erklärt Fraunhofer-Präsident Prof. Reimund Neugebauer. »Mit der Fokussierung auf die Weiterentwicklung der mobilen Neurotechnologie leistet die Fraunhofer-Einheit Hör-, Sprach- und Audiotechnologien einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung und Miniaturisierung von Technologien im Gesundheitsbereich.«

»Durch den Aufbau der Universitätsmedizin in Oldenburg und die Forschung im Rahmen des erfolgreichen Exzellenzcluster Hearing4All haben wir unsere Expertise in den Bereichen Hör-, Sprach- und Audiotechnologie und nun auch der Neurotechnologie seit dem Start unseres Institutsteils immer weiter ausbauen können. Mit der »Fraunhofer-Initiative Niedersachsen« können wir die nächsten notwendigen Schritte auf dem Weg zu einem eigenständigen Fraunhofer-Standort weiter gehen«, erklärte Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier, Leiter des Institutsteils HSA.

Aktuell wird die Weiterentwicklung des Institutsteils im Programm »Vorab« durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die VolkswagenStiftung gefördert. »Mit den Mitteln des Landes konnten wir unser wissenschaftliches Portfolio und Alleinstellungsmerkmal in den Bereichen »Connected Health«, »Neurotechnologie«, »The Hearing Car«, »HSN4Production« sowie »Voice Enabled Devices« bereits deutlich ausbauen«, erklärte Dr. Jens-E. Appell, ebenfalls Leiter des Institutsteils HSA und gab Einblicke in aktuelle Forschungsarbeiten: »Mit unserer Forschung für den Praxiseinsatz von Hör-, Sprach- und Neurotechnologien schaffen wir Lösungen für wesentliche gesellschaftliche Herausforderungen. Insbesondere mit KMUs kooperieren wir bei der Entwicklung von KI-gestützter Technologie zur Gestaltung des demografischen Wandels, einer effizienteren Gesundheitsversorgung und der Digitalisierung der Industrie.«

Oldenburgs Oberbürgermeister Jürgen Krogmann wäre der Einladung zur Veranstaltung gerne gefolgt, was ihm aus Termingründen aber leider verwehrt blieb. Nichtsdestotrotz freue er sich über die erfolgreichen Entwicklungen, nicht zuletzt durch den Transfer von innovativer Forschung in regionale Unternehmen. »Der Fraunhofer-Institutsteil Hör-, Sprach- und Audiotechnologie ist ein Motor für die Digitalisierung sehr vieler Prozesse in Wirtschaft und Gesellschaft, international ebenso wie bei uns in Oldenburg. Dabei wird nicht nur auf die großen Firmen geschaut, sondern auch auf die kleinen und mittleren Unternehmen in der direkten Nachbarschaft. Außerdem freue ich mich über den Austausch mit Start-Ups im Oldenburger Technologie- und Gründungszentrum TGO. Hier wird ein guter Netzwerkgedanke gepflegt, der dabei hilft, unsere Region zukunftssicher aufzustellen.«

Hör-, Sprach- und Audiotechnologie HSA am Fraunhofer IDMT in Oldenburg

Der im Jahre 2008 unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Birger Kollmeier und Dr. Jens-E. Appell gegründete Institutsteil Hör-, Sprach- und Audiotechnologie HSA des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT steht für marktnahe Forschung und Entwicklung mit Schwerpunkten auf

  • Sprach- und Ereigniserkennung
  • Klangqualität und Sprachverständlichkeit sowie
  • Mobile Neurotechnologie und Systeme für eine vernetzte Gesundheitsversorgung.

Mit eigener Kompetenz in der Entwicklung von Hard- und Softwaresystemen für Audiosystemtechnologie und Signalverbesserung setzen über 100 Mitarbeitenden am Standort Oldenburg wissenschaftliche Erkenntnisse in kundengerechte, praxisnahe Lösungen um.

Über wissenschaftliche Kooperationen ist der Institutsteil eng mit der Carl von Ossietzky Universität, der Jade Hochschule, der Hochschule Emden/Leer verbunden. Das Fraunhofer IDMT ist Partner im Exzellenzcluster »Hearing4all«.