Menschen mit Aphasie, einer neurologisch bedingten Sprachstörung, sind im Alltag häufig mit erheblichen Kommunikationshürden konfrontiert. Durch Beeinträchtigungen beim Sprechen, Sprachverstehen, Lesen und Schreiben fällt ihnen der Austausch mit anderen Menschen oftmals schwer, was zunehmend zu sozialer Isolation führen kann. Bestehende Kommunikationshilfen, wie Symboltafeln oder elektronische Talker mit Sprachausgabe, sind wenig flexibel, kaum individualisierbar und unterstützen überwiegend die Sprachproduktion. Das Sprachverstehen bleibt häufig unberücksichtigt.
Das Forschungsprojekt CAPA (Communication support through AI to increase the participation in aphasia) will eine intelligente, mobile Kommunikationsapplikation für Menschen mit Aphasie entwickeln. Ziel des Projekts ist es, Menschen mit Aphasie eine alltagstaugliche Möglichkeit zu geben, sich verständlich mitzuteilen und Kommunikation aktiv mitzugestalten.
KI-Technologien zur Spracherkennung und Antwortgenerierung sollen sowohl das Sprachverständnis als auch das aktive Sprechen unterstützen. Der Austausch kann dabei über verschiedene Modalitäten wie Schrift, Bilder oder Symbole erfolgen. Ein zentrales Merkmal der CAPA-App soll die automatische, individuelle Anpassung der Inhalte sein. Nutzungskontext, sprachliche Fähigkeiten und Nutzungseigenschaften sollen kontinuierlich berücksichtigt werden, sodass sich die Anwendung mit zunehmender Nutzung passgenau weiterentwickeln kann.
Aufgaben der Projektpartner
Das Fraunhofer IDMT in Oldenburg entwickelt im Projekt Technologien zur Spracherkennung sowie zur KI-Sprachanalyse für Menschen mit Aphasien unterschiedlichen Schweregrades weiter. Dafür nutzt es Methoden der automatischen Spracherkennung (ASR) und Natural Language Processing (NLP). Sie ermöglichen, dass Gesprochenes durch die App aufgenommen, in Text umgewandelt und kontextbezogen analysiert werden kann.
Die Limedix GmbH koordiniert das CAPA-Projekt und ist für die App-Entwicklung und Integration sowie die Datenerhebung verantwortlich. Das Fraunhofer IPA legt seinen Fokus auf die Erforschung der algorithmischen Verfahren zur Generierung von Antwortoptionen mittels Large Language Models (LLM). Das Johanniter-Krankenhaus Stendal begleitet das Projekt mit klinischer Fachexpertise und führt die Datenerhebung im Rahmen der Machbarkeitsstudie durch.