Qualitätskontrolle in der Produktion 4.0 – Fraunhofer IDMT präsentiert neues integriertes Verfahren

Aktuelles / 16.3.2017

Auf der diesjährigen CeBIT vom 20. bis 24. März 2017, präsentiert das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT ein neues Verfahren zur automatischen Qualitätsanalyse für Produktionsprozesse und Gütetests.

© Foto Fraunhofer IDMT

Mit dem neuen Prüfsystem können zuverlässige Angaben über die Betriebszustände von Maschinen gemacht werden.

»Das klingt eigenartig, da klackt doch was, hörst Du auch dieses leise Brummen?« Wer hat sich noch nicht diese Frage gestellt. Das menschliche Ohr ist sehr sensibel und das geschulte Gehirn verknüpft mit einem Geräusch sofort die Aussage, ob beispielsweise ein Motor rund läuft oder ein bewegliches Teil lieber abgeschaltet werden sollte, weil es »nicht richtig« klingt. Ein Problem gibt es dabei jedoch: Jeder Mensch hat ein anderes Gehör und eine Vergleichbarkeit der Höreindrücke, zum Beispiel bei der Qualitätskontrolle von Bauteilen, ist nicht gegeben. Vor allem in automatisierten Produktionsprozessen sind deswegen technische Lösungen gefragt, um die Qualität der Produkte auf hohem Niveau zu halten und dabei die Taktzeit durch effiziente Testverfahren zu reduzieren. 

Das Geschäftsfeld »Industrial Media Applications« des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT bietet Lösungen, um die Sensibilität der Ohren und die Intelligenz des menschlichen Gehirns durch audiovisuelle Sensoren (Kameras, Mikrofone) und eine intelligente Signalverarbeitung abzubilden. Für das neue Prüfsystem wird die Luftschallanalyse mit den Verfahren zur Signalanalyse und der Informationsgenerierung durch Maschinelles Lernen verknüpft. Auf Basis akustischer Mustererkennung sind dann Aussagen zur Qualität von Produkten und Zuständen von Maschinen möglich. 

Die Anwendungen sind vielfältig. Produktionsbetriebe können ihre Maschinen dauerhaft überwachen und bekommen sofort ein Feedback, wenn eine Maschine nicht mehr richtig funktioniert und mit einem baldigen Ausfall oder Produktmängeln zu rechnen ist. »Das hilft, bösen Überraschungen vorzubeugen und Ausfälle zu vermeiden«, erklärt Projektleiterin Judith Liebetrau. 

Automatisierte Qualitätsanalyse mittels Luftschallmessung
Die Qualitätsanalyse kann aber auch zum Testen fertig produzierter Bauteile eingesetzt werden. Für das Thüringer Unternehmen GÖPEL electronic GmbH entwickelt das Fraunhofer IDMT aktuell ein Messsystem, um die Qualität von Motoren für Autositze zu testen. Bisher wurden die hergestellten Baugruppen für die Integration in Fahrzeugen mit klassischen Körperschall-Messverfahren überprüft. »Das ist allerdings dann problematisch, wenn man Tests an bereits verbauten Motoren vornehmen muss, da man keine direkten Schwingungen mehr abnehmen kann«, erklärt Liebetrau weiter. 

Frank Pauli, Abteilungsleiter und verantwortlich für End-of-Line-Testsystem bei GÖPEL, ist begeistert von den Möglichkeiten des automatisierten Analyseverfahrens: »Wir sprechen mit den Experten des Fraunhofer IDMT darüber, wie man die Luftschallmessung und die automatisierte Qualitätsanalyse als Messinstrumente in unsere Fertigungsbereiche zukünftig integrieren könnte. Hier sehe ich großes Potential um die Qualitätsprüfung End-of-Line bei uns zu optimieren«.

Für eine sichere Verarbeitung der Messergebnisse und eine vertrauenswürdige Weitergabe und Speicherung der Daten bietet das Institut seinen Kunden auch geeignete Sicherheitstechnologien an. »Damit gewährleisten wir, dass sensible Daten nur derjenige einsehen und auswerten kann, der auch die Berechtigung dafür hat«, fasst Liebetrau abschließend zusammen. 

Besuchen Sie uns am Stand der Fraunhofer-Gesellschaft in Halle 6, Stand B36 und informieren Sie sich über die integrierte Lösung des Fraunhofer IDMT zur Qualitätskontrolle in der Produktion 4.0.