Fraunhofer IDMT entwickelt KI-basierten Prototypen zur Erkennung von Mund-Nasen-Bedeckungen

Aktuelles / 17. Dezember 2020

Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie ist das Tragen von Alltagsmasken beim Einkaufen, in Restaurants, bei Arztbesuchen, in der öffentlichen Personenbeförderung usw. verpflichtend. Das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT hat eine Lösung entwickelt, mit der automatisch und in Echtzeit überprüft werden kann, ob die Alltagsmasken korrekt getragen werden. Durch eine integrierte Sprachausgabe kann zusätzlich ein akustischer Hinweis erfolgen.

Personen mit korrektem und inkorrektem Tragen der Maske
© Fraunhofer IDMT
Mit dem »MaskCognizer« des Fraunhofer IDMT können in Echtzeit bis zu zehn Personen gleichzeitig im Vorbeigehen hinsichtlich des korrekten Tragens der Maske überprüft werden.
Frau läuft mit korrekt sitzender Maske am Erkennungssystem vorbei.
© Fraunhofer IDMT
Der »MaskCognizer« verarbeitet und speichert keinerlei personenbezogene Daten. Die Auswertung des Kamerabilds und die Sprachausgabe an die jeweilige Person erfolgt lokal im Gerät.

Überprüfung im Vorbeigehen 

Mit dem neuen Erkennungssystem können bis zu zehn Personen gleichzeitig im Vorbeigehen hinsichtlich des korrekten Tragens der Maske überprüft werden. Eine gezielte Positionierung vor dem Gerät ist nicht erforderlich. »Das macht unser System so attraktiv für den Einsatz in Situationen, wo viele Menschen möglichst schnell durch Einlasssysteme gelangen wollen, z. B. im Einzelhandel, in Bussen, in Restaurants und Arztpraxen – überall da, wo aktuell das Personal zusätzlich zu ihrer eigentlichen Tätigkeit die Einhaltung des Maskenschutzes überprüfen muss. Unser MaskCognizer erleichtert die Einlasskontrolle enorm«, freut sich Dr.-Ing. Uwe Kühhirt, Experte für Bild- und Videoanalyse am Fraunhofer IDMT. In dem Erkennungssystem steckt Fraunhofer-Technologie zur KI-basierten Gesichtsanalyse und Detektion.

Akustische Hinweise für Maskenmuffel

In dem Prototyp steckt außerdem intelligente Audiosystemtechnik vom Fraunhofer IDMT aus Oldenburg. »Durch eine angepasste und positionsgenaue Sprachausgabe wird eine Verständlichkeit der Ansage, auch in lauten Umgebungen, gewährleistet«, erklärt Jan Wellmann, Gruppenleiter Audiosystemtechnik und Automatische Spracherkennung am Standort für Hör-, Sprach- und Audiotechnologie HSA. Wenn ein akustisches Feedback nicht erwünscht ist (in leisen Umgebungen wie beispielsweise Bibliotheken, Museen oder Restaurants) kann der MaskCognizer auch nur mit einem visuellen Feedback, mittels Display, ausgestattet werden.

Keine Speicherung personenbezogener Daten

Der Schutz der Privatsphäre des Einzelnen ist beim Einsatz des MaskCognizers oberstes Gebot. Es werden zu keinem Zeitpunkt personenbezogene Daten gespeichert oder verarbeitet. Die Auswertung des Kamerabilds und ein entsprechendes Signal an die jeweilige Person erfolgt in Echtzeit lokal im Gerät.

Kostengünstige Umsetzung

Der MaskCognizer ist ab sofort als integrierbares Software-Modul lizenzierbar und lässt sich auch mit kostengünstiger Hardware umsetzen. Der erste Prototyp wurde mit einem NVIDIA® Jetson Nano™ realisiert und verfügt über eine Ausgabe per Sprache und per Lichtsignal.